Karin Kolmsee, 47, Verhaltenstrainerin

Wir sind so frei

Im Jahr 1610 schufen Synodale in Duisburg die Grundlagen der rheinischen Kirche. Welche Freiheiten nehmen sich Protestanten heute?
Duisburg 1610: Vertreter aus 22 reformierten Gemeinden nehmen sich die Freiheit, eine eigene Kirche zu gründen. Von unten nach oben soll sie aufgebaut sein – und Nichttheologen gleichberechtigt beteiligen. Unter dem Motto „Wir sind so frei“ feiert die Evangelische Kirche im Rheinland nun das 400. Jubiläum der Duisburger Generalsynode. Worin zeigt sich evangelische Freiheit heute? Das erzählen Menschen aus den Gemeinden von damals in der Augustausgabe von chrismon plus rheinland. Karin Kolmsee, Presbyterin in der Kirchengemeinde Aachen, nimmt sich die Freiheit mit Menschen über den Sinn des Lebens zu reden und nach ihren Fundamenten zu fragen. „Meine eigene christliche Haltung verheimliche ich nicht“, sagt die 47-Jährige, „auch, wenn das Irritationen hervorruft.“ Für die Verhaltenstrainerin ist der Glaube nicht privat, sondern persönlich – und gerade deshalb will sie ihn offen zeigen: „Religion und Glauben beeinflussen die Persönlichkeit: Was einen Menschen ausmacht und wie er handelt, lässt sich nicht voneinander trennen.“ Andere Menschen knüpfen aus evangelischer Freiheit heraus Kontakte zu muslimischen Gemeinden, andere befähigt sie dazu, sich politisch zu engagieren oder ehrenamtliche Aufgaben mit einer guten Portion Humor anzugehen.

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