
Wir sind so frei
Im Jahr 1610 schufen Synodale in Duisburg die Grundlagen der rheinischen Kirche. Welche Freiheiten nehmen sich Protestanten heute?
Duisburg 1610: Vertreter aus 22 reformierten Gemeinden nehmen sich die
Freiheit, eine eigene Kirche zu gründen. Von unten nach oben soll sie
aufgebaut sein – und Nichttheologen gleichberechtigt beteiligen. Unter dem
Motto „Wir sind so frei“ feiert die Evangelische Kirche im Rheinland nun das
400. Jubiläum der Duisburger Generalsynode. Worin zeigt sich evangelische
Freiheit heute? Das erzählen Menschen aus den Gemeinden von damals in der
Augustausgabe von chrismon plus rheinland. Karin Kolmsee, Presbyterin in der
Kirchengemeinde Aachen, nimmt sich die Freiheit mit Menschen über den Sinn
des Lebens zu reden und nach ihren Fundamenten zu fragen. „Meine eigene
christliche Haltung verheimliche ich nicht“, sagt die 47-Jährige, „auch,
wenn das Irritationen hervorruft.“ Für die Verhaltenstrainerin ist der
Glaube nicht privat, sondern persönlich – und gerade deshalb will sie ihn
offen zeigen: „Religion und Glauben beeinflussen die Persönlichkeit: Was
einen Menschen ausmacht und wie er handelt, lässt sich nicht voneinander
trennen.“ Andere Menschen knüpfen aus evangelischer Freiheit heraus Kontakte
zu muslimischen Gemeinden, andere befähigt sie dazu, sich politisch zu
engagieren oder ehrenamtliche Aufgaben mit einer guten Portion Humor
anzugehen.
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