
"Jesus Tod war kein Sühneopfer"
Ein Jahr nach den umstrittenen Morgenandachten des Bonner Theologen Burkhard Müller, in denen er die Deutung von Jesu Kreuzestod als Sühneopfer verwarf, hat die rheinische Kirche eine Orientierungshilfe zu diesem Thema herausgegeben. Dr. Ilka Werner, Berufsschulpfarrerin und Mitautorin der Orientierungshilfe, stellt das Papier in der Evangelischen Akademie im Rheinland vor. Sie und Müller sind sich einig: Jesus Tod war kein Sühneopfer.Hier exklusiv die Videos der Veranstaltung:
Jesus Tod ist Heil. „Zum Heil gehört die Aufdeckung von Unheil und die Gewissheit, dass kein Raum, kein Ort ohne Gott ist“,
sagt Dr. Ilka Werner. „Es ist Heil, im Leiden nicht gottlos zu sein.“
Jesus starb einen sinnlosen Tod. „Das Kreuz ist Ausdruck eines sinnlosen Sterbens“, sagt Burkhard Müller.
„Doch Jesus scheut den Tod nicht für seine Botschaft von der Liebe Gottes.“
Danke für eine solche Diskussion. Auszüge aus der Aussprache. Stimmen aus dem Publikum:
„Kinofilme wie ‚Herr der Ringe’ oder ‚Harry Potter’ arbeiten mit Opfermotiven.
Sie sind überall in der Populärkultur präsent.“ – „Selbst kirchenferne Jugendliche haben teilweise bedrückende Vorstellungen von
‚Sünde’. Als nächstes müssen wir über den Sündenbegriff sprechen – und wie Menschen konstruktiv mit ihren Schwierigkeiten und Schwächen umgehen.“
In der Evangelischen Akademie im Rheinland diskutierten:- Dr. Ilka Werner, Pfarrrerin am Berufskolleg Neuss, Vorsitzende des Ständigen Theologischen Ausschusses. Er hat unter dem Titel „Aus Leidenschaft für uns“ eine Orientierungshilfe zum Umgang mit der Kreuzesbotschaft vorgelegt
- Burkhard Müller, Pfarrer im Ruhestand und ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises Bonn. Seine Rundfunkandachten haben die Debatte um Jesus Tod als Sühneopfer neu angefacht
- Meike Rudolph, Pfarrerin im Hospiz am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf
- Wolfgang Klüver (WolfRabe), Künstler aus Bornheim

