Passen Männer und Kirche nicht zusammen?

Mann, wo bist du?

In der Natur, im Fitnessstudio sind sie zu finden, doch in der Kirche fehlen die Männer. Nur wenige nehmen am Gemeindeleben teil. Passen Männer und Kirche nicht zusammen?
Schweigend marschieren die Männer durch den Wald. Dichter Nebel hängt zwischen den feuchten Ästen. Ab und zu zwitschert ein Vogel. Unter den Wanderschuhen knirscht der Schotter. Sonst ist es still. Es riecht nach Laub und Erde. Vorneweg stapft der zwölfjährige Lennart. Auf den Schultern trägt er ein Kreuz aus Birkenästen. Es ist das Zeichen der Pilger und wird von allen in der Gruppe abwechselnd getragen. Hinter Lennart gehen sein Vater Heiner Bechtel und 14 weitere Männer, alle Mitglieder einer kirchlichen Männergruppe aus dem hessischen Wetzlar. Sie nehmen an einem Pilgerwochenende teil und sind auf dem Weg von Wolfshausen nach
Heiner Bechtel ist ein Mann, der mitten im Leben steht, Beruf und Familie hat – und dennoch beim Pilgern nach spirituellen Erfahrungen sucht. (Foto: Andre Zelck)
Heiner Bechtel ist ein
Mann, der mitten im
Leben steht, Beruf
und Familie hat – und
dennoch beim Pilgern
nach spirituellen
Erfahrungen sucht.
(Foto: Andre Zelck)   
Marburg-Wehrda. Ihr Ziel ist die gut 20 Kilometer entfernte Elisabethkirche am Stadtrand von Marburg. Vor einem Jahr waren sie schon mal pilgern. „Wir sind in die Klosterkirche eingezogen, haben uns im Kreis aufgestellt und an den Händen gefasst“, erinnert sich Heiner Bechtel. „Wenn ich da ran zurückdenke, bekomme ich heute noch Gänsehaut.“ Es war sein erstes Pilgerwochenende. Der 55-Jährige leitet die Werkstatt eines Busunternehmens. Ein Mann, der mitten im Leben steht, Beruf und Familie hat – und dennoch beim Pilgern nach spirituellen Erfahrungen sucht.
Den ganzen Tag lang marschieren die Männer. Durch Feld und Wald, durch kleine Dörfer. Einige unterhalten sich, andere gehen lieber schweigend. Unterwegs halten die Pilger immer wieder an, lesen gemeinsam Texte, singen Lieder, beten und laufen weiter. Heiner Bechtel ist kein Mann großer Worte. Trotzdem sagt er Sätze wie „Ich spüre den Geist, der beim Pilgern mitschwebt“ und „Mein Leben hat sich durch das Pilgern verändert“ oder „Ich sehe die Dinge seitdem viel gelassener“. Heiner Bechtel sagt diese Sätze so ruhig und unaufgeregt, als würde er über das Wetter reden. Aber aus seinen Augen spricht eine tiefe Zufriedenheit. „Früher war ich nur an Weihnachten und zu meiner Hochzeit in der Kirche“, erzählt er. „Erst nach dem Pilgern habe ich wieder das Gefühl gehabt, dass ich in die Kirche gehen möchte.“ Männer wie Heiner Bechtel sind in der evangelischen Kirche eine Minderheit. Für viele seiner Geschlechtsgenossen sind Kirchen fremde, exotische Orte geworden. Und wenn sie dort auftauchen, dann zu hohen Feiertagen. Dauerhaft in der Kirchengemeinde präsent sind Männer meist nur, wo es etwas zu entscheiden gibt. In Gemeindegruppen, Gesprächskreisen und im Gottesdienst sind vor allem Frauen aktiv. Das gilt auch für die rheinische Kirche. Rainer Volz, Leiter der Männerarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland, spricht von einer „männerdominierten Frauenkirche“. Laut statistischem Kirchenamt sind sieben von zehn Ehrenamtlichen Frauen. Je weiter man in der kirchlichen Hierarchie nach oben schaut, desto größer wird der Männeranteil. In den Presbyterien, den Gemeindeleitungen, besetzen Männer knapp die Hälfte der Sitze. Drei von fünf Kirchenkreis- und Landessynodalen sind Männer. Auf der Leitungsebene der Kirchenkreise stehen 36 Superintendenten vier Amtskolleginnen gegenüber. Immerhin: In der rheinischen Kirchenleitung liegt das Verhältnis von Männern zu Frauen bei neun zu sieben. Kirche ist dabei durchaus Abbild der Gesellschaft. Männer arbeiten in Deutschland häufiger als Frauen in Führungspositionen, sagen Statistiker. Andererseits: Auch Männer sind spirituelle Wesen, brauchen Halt und Tiefe im Leben. Drei von fünf sind Um fragen zu Folge davon überzeugt, dass es Gott gibt. Dieser Überzeugung schließen sich mit zunehmendem Alter und Lebenserfahrung immer mehr Männer an. Wo aber stillen sie ihre spirituellen Bedürfnisse – wenn sie nicht pilgern? Es ist Freitagabend, kurz vor acht Uhr in einem Fitnessclub in der Kölner Innenstadt. Roland Sapper schaltet den Hometrainer aus. Schweißtropfen rinnen von seiner Stirn. Sapper ist Schauspieler und leitet nebenbei Fitnesskurse für gestresste Manager. Sport spielt für den 38-Jährigen eine große Rolle. „Er zeigt mir meine Grenzen auf. Ich durchleide gewisse Stufen und Schmerzen, um ans nächste Ziel zu kommen“, erzählt er. „Diesen Biss zu kriegen, nicht aufzugeben, weiterzumachen – das habe ich beim Sport gelernt. Er gibt mir Lebensenergie und Kraft.“ Wie sagte doch die mittelalterliche Kirchenlehrerin Theresa von Avila, die von Katholiken als Heilige verehrt wird? „Tue Deinem Leib etwas Gutes, damit Deine Seele Lust hat, in ihm zu wohnen.“ Auch evangelische Theologen erkennen an, dass Sport Erfahrungen von Freiheit und Glück vermittelt – und diese wiederum Einsichten und Kräfte freisetzen, die das Leben freier und erfüllter machen. Doch in der Arbeit evangelischer Kirchengemeinden kommt Sport kaum vor. Und so ist Roland Sapper das, was viele Männer sind: Gelegenheitskirchgänger. „Gläubig bin ich schon immer gewesen“, sagt er, „aber deshalb muss ich nicht immer in die Kirche gehen.“ Er wurde katholisch erzogen, war in einem katholischen Internat, konvertierte später. Wohl auch, weil seine evangelische Ehefrau ihn öfter „zur evangelischen Kirche mitgeschleppt hat“, wie er sagt. Immerhin: Eine Zeit lang besuchten beide regelmäßig den Abendgottesdienst der Antoniterkirche in der Kölner Innenstadt, wo sie sich auch das Jawort gaben. „Dort habe ich mir nach einer anstrengenden Woche immer eine Stunde Ruhe geholt, um Energie zu sammeln für die kommende Woche.“ Aber dann kam immer wieder die Arbeit dazwischen. Er habe den Rhythmus verloren, sagt Roland Sapper und hält einen Moment inne. „Eigentlich schade.“

Stress bei der Arbeit, zu viele Termine – auch dies ist typisch für die Lebenswirklichkeit heutiger Männer. Das Berufsleben steht an erster Stelle, dann kommen Familie, Hobbys, Freunde. Für Kirche bleibt wenig Zeit. Das ist teilweise auch dem gesellschaftlichen Rollenwandel geschuldet: Männer müssen heute mehr leisten, als nur im Beruf erfolgreich zu sein. Sie sollen – und wollen – mehrheitlich auch im Haushalt helfen, Kinder miterziehen, einfühlsame Partner sein. Das bestätigt die vor wenigen Wochen veröffentlichte Studie „Männer in Bewegung“, erstellt im Auftrag der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands. All diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist ganz schön schwierig. Könnte Kirche hier nicht Hilfe und Orientierung bieten? Könnte sie vielleicht. Doch gerade die sogenannten modernen Männer und jene, die ihre Rolle als Ernährer, Vater und Liebhaber noch suchen, bleiben der Kirche weitgehend fern. Einer der Gründe, wissenschaftlich belegt: Männer wollen sich nicht sagen lassen, was sie zu tun oder zu glauben haben. Forscher der Universität Bayreuth fanden heraus, dass Männer nichts mehr hassen, als fremdbestimmt zu werden. Das erleben sie aber oft in der Kirche. „Was Männern Sinn gibt“ – so das Motto der 2005 veröffentlichten Studie –, sei dagegen selbstbestimmtes Handeln: Männer wollen anpacken, organisieren, entscheiden. Das tun sie vor allem in ihrer knappen Freizeit, beim Sport oder anderen Hobbys, wenn sie Natur erleben. Auch in Glaubensfragen wollen sich Männer nicht so gern festlegen lassen. „Ich glaube an eine höhere Kraft, aber nicht an einen Gott, wie ihn die Kirche beschreibt.“ Diesem Satz stimmen evangelische Männer häufiger zu als evangelische Frauen. Die Kirche vermittelt offenbar ein Gottesbild, mit dem sich viele Männer nur schwer identifizieren können. Nun wird sie sich deshalb nicht von der Vorstellung verabschieden, Gott begegne auch als Person, vor allem auch in der Person Jesus Christus. Doch die spirituelle Kraft, die daraus zu gewinnen ist, muss sie manchen Männern wohl erst noch vermitteln. Und das so, dass diese sich nicht bevormundet fühlen. Die Bedingungen dafür haben sich verbessert – ist doch die Kirchenverbundenheit der Männer in den vergangenen zehn Jahren leicht gewachsen. Drei von zehn Männern bezeichneten sich 2008 als kirchenverbunden. Auch das ergab die aktuelle kirchliche Männerstudie. „Der Kirche wird wieder mehr zugetraut als noch vor zehn Jahren“, resümiert Rainer Volz, der die Studie mit herausgegeben hat. Die Männer hätten sich innerlich auf die Kirche zu bewegt. Jetzt sei es an der Kirche, daran anzuknüpfen.

„Die Frage ist: Was macht die Kirche daraus?“
Vielleicht findet sich eine Antwort im „Bunker“. So nennt Friedel Adolph die Räume im Untergeschoss der gemeindlichen Diakoniestation in Kamp-Lintfort. Der 70-jährige Rentner trifft sich dort regelmäßig mit anderen Männern zum Handwerkerkreis der evangelischen Kirchengemeinde. Der dunkle Keller, sagt er, sei genau der richtige Treffpunkt. Die meisten Männer haben fast ihr gesamtes Berufsleben unter Tage verbracht, und kennen sich aus der Zeche. Sie alle sind Praktiker: Männer, die ihren Platz in der Kirche über eine praktische Tätigkeit gefunden haben. „Im Gottesdienst wären wir keine große Hilfe, das ist nicht unser Ding“, stellt Friedel Adolph fest. „Aber man kann auch handwerklich etwas tun und sich auf diese Weise engagieren.“ Seit zwölf Jahren treffen sich die acht Männer drei Mal pro Woche von 9 bis 13 Uhr. Sie reparieren fast alles, was in Kirche und Gemeindehaus kaputtgeht, bauen ein neues Stehpult für den Pfarrer, basteln für das Sommerfest der Kinder oder helfen bei Gemeindefesten. „Auch wenn ich an einem Tiefpunkt bin, finde ich in dieser Gruppe einen Kollegen, dem ich mein Herz ausschütten kann“, sagt Friedel Adolph. „Der hört mir zu, ich kann meinen Arm um ihn legen und spüre, dass er mitfühlt.“ Der Handwerkerkreis ist eine von 370 Männergruppen in der rheinischen Kirche. Ein gutes Drittel ist in den vergangenen 20 Jahren gegründet worden. Das Angebot reicht vom Bibelkreis für Männer bis zur Vater-Kind-Gruppe. Hinzu kommen viele Einzelveranstaltungen vom „Kulturführerschein für Männer“ bis zum Vortrag über die Rolle des neuen Mannes. Außerdem gibt es Gottesdienste, die sich in erster Linie an Männer richten. „Gerade die Vater-Kind-Arbeit wird sehr gut angenommen“, sagt Rainer Volz von der rheinischen Männerarbeit. Das bestätigt die These, dass der moderne Mann durchaus offen ist für gemeindliche Angebote, wenn sie ihm denn das Leben – in diesem Fall das Leben als aktiver Vater mit Kind – erleichtern. Und wenn man(n) sich erst mal kennengelernt hat, redet man(n) irgendwann vielleicht auch mal über die „Tiefpunkte“ im Leben – wie Friedel Adolph im „Bunker“ mit seinen Handwerkern. Damit Männer in der Kirche heimischer werden, müsste aber wohl noch mehr geschehen. Viel hängt am Image der Kirche und dem Auftreten ihrer Repräsentanten. „Die Pfarrer sollten mehr Mann sein“, meint Rainer Volz. „Die pastorale Rolle ist eher geschlechtslos und legt nahe, dass sich der Pfarrer in erster Linie als Mensch und nicht bewusst als Mann wahrnimmt.“ Gefragt sind künftig keine Softies im Talar, sondern Pfarrer, die für andere Männer zu positiven Identifikationsfiguren werden, weil sie auch männliche Attribute wie Kraft und Aggression leben und zu klärenden Auseinandersetzungen fähig sind. Kirche wirke von außen oft zu harmonisch, meint Volz, stehe für heile Welt und Innerlichkeit. Thomas Franken aus Köln hat sich davon nicht abhalten lassen. Der 36-jährige Rechtsanwalt – dunkler Anzug, blaues Hemd, gestreifte Krawatte – ist einer von 4000 ehrenamtlich tätigen Presbytern in der rheinischen Kirche. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich Papiere und Akten. Einen Großteil seiner Freizeit investiert er in die Leitung der Kölner Antonitergemeinde. Warum er das tut? „Ich habe mich auch früher schon sozial engagiert und suchte nach einem neuen Weg, einer neuen Aufgabe in meinem Leben. Ich wollte etwas Sinnvolles tun.“ Thomas Franken hatte schon immer ein enges Verhältnis zu Kirche. Als Kind hat er regelmäßig den Gottesdienst besucht, später auch den Konfirmationsunterricht. „Ich habe eine typisch bürgerlich-kirchliche Erziehung genossen“, sagt er. Seit zwei Jahren ist er im Presbyterium der Antonitergemeinde tätig, seit gut einem Jahr als Finanzkirchmeister, als „Finanzminister“ der Gemeinde. Die Arbeit im Presbyterium mache ihm viel Spaß „und schweißt uns auch zusammen“. Wenn es etwas zu feiern gibt, machen er und die anderen Presbyter auch mal gemeinsam eine Flasche Sekt auf. Kraft für sein Amt bekomme er auch durch den Gottesdienst, sagt er.
Auch wenn Roland Sapper selbst in die Kirche geht, um Ruhe zu finden und Energie zu sammeln – Kraft aus Gottesdiensten zu ziehen, sei für evangelische Männer eher untypisch, meint der Fitnesstrainer und Gelegenheitskirchgänger. Gemeinschaftliches Beten und Glauben passen seiner Ansicht nach nicht so gut zu Männern. „Beides hat viel mit Gefühl zu tun, und Frauen können ihre Gefühle einfach besser äußern. Männer gehen lieber angeln, um einfach mal nicht zu reden.“ Presbyter Thomas Franken sieht das nicht so: Ihm fehlen gerade die Emotionen im gottesdienstlichen Leben. Es erscheint ihm oft verkopft. „Wir Evangelen haben lange versucht, so unkatholisch wie möglich zu sein. Wenn die Farben tragen, tragen wir Schwarz. Wenn die eine kurze Predigt halten, predigen wir eine halbe Stunde und erwarten trotzdem, dass die Leute dann noch folgen.“ Sein Fazit: Würde die evangelische Kirche die Menschen mehr vom Bauch her mitnehmen, würden auch wieder mehr Männer in die Kirche kommen. Praktiker Friedel Adolph würde wohl eher Roland Sappers These stützen. Er regt an, dass die Kirche generell mehr auf die Männer zugehen sollte. „Gerade die Frührentner wären eine Altersgruppe, die sich sinnvoll in der Kirche engagieren könnte.“ In diese Richtung argumentiert auch Pilger Heiner Bechtel: Die Kirche müsse ihre Angebote einfach besser an den Mann bringen. „Es gibt durchaus Angebote, die Männer ansprechen. Das Pilgern ist ein gutes Beispiel dafür.“

Vier Männer, vier Meinungen. Das zeigt: Den Mann in der Kirche gibt es nicht. Aber eines ist ihnen allen gemein: Sie wollen mit ihren Themen in der Kirche vorkommen – und das Gefühl haben, gebraucht zu werden. Diese Erkenntnis ist auch schon auf den Leitungsebenen der Kirche angekommen. „Im Hinblick auf die Mitarbeit der Männer müssen deren Fähigkeiten stärker abgefragt werden“, fordert Eckhard Wüster, Superintendent des Kirchenkreises Bonn und nebenamtliches Mitglied der rheinischen Kirchenleitung. Dann gehe es aber nicht mehr darum, jemanden für den Würstchenstand am Gemeindefest zu finden. Wüster schwebt vor, dass Männer sich auch für den Aufbau einer Werkstatt für Kindergartenkinder oder für die Einrichtung und Pflege der gemeindlichen Internetseite begeistern lassen. Genauso wenig wie es den Mann in der Kirche gibt, gibt es das Modell für die Zukunft. Kirche muss sich kontinuierlich mit der Frage beschäftigen, was Männer interessiert und ausprobieren, welche Angebote funktionieren. „Es reicht oft schon, Männern im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig Raum zu geben“, sagt Michael Ziebuhr, Pfarrer in Kamp-Lintfort. In seiner Gemeinde fühlen sich Friedel Adolph und die anderen Handwerker wohl. Das Modell „Bunker“ entspricht ihren Fähigkeiten und Interessen – und hat deshalb Zukunft. Die gleichen Gründe sprechen auch für den Ausbau von Vater-Kind-Gruppen. In Wetzlar knüpft Pfarrer Christoph Schaaf an den Pilgerboom an und bietet Männern wie Heiner Bechtel die Verknüpfung von Spiritualität und Naturerlebnis. „Männer sind gerne draußen. Sie suchen Gott in der Natur“, hat er beobachtet. Wohl auch, weil die Natur als Gegenwelt erscheint zum Leistungsdenken und den Pflichten des Alltags. Manche Männer finden beim Pilgern einen Zugang zum Glauben – und manchmal auch den Weg in die Kirchengemeinde. Pfarrer wie Christoph Schaaf und Michael Ziebuhr spielten ei ne entscheidende Rolle, wenn es darum gehe, mehr Männern eine Heimat in der Kirche zu bieten, meint Rainer Volz von der rheinischen Männerarbeit. Er wünscht sich, dass mehr Pfarrer die Abwesenheit ihrer Geschlechtsgenossen als Mangel empfinden: „Ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, was sich alles positiv verändern würde, wenn mehr Männer aktiv am Gemeindeleben teilnehmen.“  

Text: Gunnar Jehle Fotos: Andre Zelck