
Abschied vom Familien-Traum
Susanne und Axel Bethke wären gerne Eltern geworden. Doch sie mussten sich damit abfinden, dass sie keine Kinder bekommen. Heute sagen sie: Die Krise hat uns zusammengeschweißt. Nadja ist geboren. 51 Zentimeter groß, 3180 Gramm
schwer. Das Mädchen macht seinen ersten Schrei. Die Schwester kappt die
Nabelschnur und legt den Säugling der erschöpften Mutter auf die
Brust. Der Vater, eben noch kreidebleich, lächelt nun. Er tritt hinzu,
umarmt Mutter und Kind. Das ist der Moment, in dem Susanne Bethke den
Kreißsaal des Krankenhauses verlässt. Sie ist nicht die Mutter des
Mädchens, sie war bei der Geburt der Tochter ihrer besten Freundin
dabei. Um einmal eine Geburt mitzuerleben. Denn ein eigenes Kind kann
sie nicht bekommen.

Axel und Susanne
Bethke: inzwischen
wieder glücklich -
auch ohne Kinder
(Foto: Markus J. Feger)
Manchmal fragen sich Susanne Bethke und ihr Mann Axel, wie Kinder von ihnen wohl ausgesehen hätten – „wie er oder wie ich?“ Das Ehepaar aus Köln ist eines von schätzungsweise zwei Millionen Paaren in Deutschland, die kinderlos sind – unfreiwillig. Beide hatten sich immer Kinder gewünscht. Ein Mädchen und einen Jungen, wenn es nach der 48-jährigen Susanne Bethke gegangen wäre. „Ich wollte lieber Töchter“, sagt ihr gleichaltriger Mann. „Die Anzahl hätte keine Rolle gespielt.“ Doch eine Schwangerschaft blieb aus. Von ungewollter Kinderlosigkeit sprechen Mediziner, wenn ein Paar ein bis zwei Jahre lang ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, ohne dass die Frau schwanger wird. Das ist immerhin bei mindestens jedem zehnten Paar in Deutschland der Fall, sagen Experten. Doch von diesen Paaren ist in der öffentlichen Diskussion um die niedrige Geburtenrate in Deutschland selten die Rede. Dabei nimmt sich der Anteil der kinderlosen 25- bis 59-Jährigen, die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben, mit acht Prozent eher bescheiden aus, wie das Allensbacher Institut für Demoskopie herausfand. Hingegen wünschen sich 22 Prozent der Befragten aktuell Kinder, weitere 14 Prozent geben an, sie hätten sich früher einmal Kinder gewünscht.
Achterbahn aus Hoffnung und Frust
Zu dieser Gruppe gehören mittlerweile auch Susanne und Axel „Akki“ Bethke. Mit 48 Jahren ist es zwar rein biologisch immer noch möglich, dass Susanne Bethke schwanger werden könnte, aber die Chancen sind nur noch minimal. Das Paar ärgert

Die Bethkes kümmern sich
liebevoll um Kinder von Freunden
und Verwandten
(Foto: Markus J. Feger)sich über die öffentliche Wahrnehmung. Für
beide war es ein langer und beschwerlicher Weg zu akzeptieren, dass sie
niemals Nachwuchs bekommen. Ein Weg, der einer Achterbahn aus Hoffnung
und Frustration glich. Der gepflastert war mit Arztbesuchen und
Untersuchungen – ohne Erfolg. Der die Beziehung an den Rand ihrer
Belastbarkeit brachte. Noch heute versetzt es Susanne Bethke manchmal
einen Stich ins Herz, wenn sie besonders ergreifende Familienszenen
miterlebt. Dann werden die Erinnerungen wach – und manchmal kommen ihr
auch noch Tränen.
Die Geschichte des Paares beginnt 1997. Susanne und Axel Bethke lernen sich erst spät kennen. Mit 37 werden sie ein Paar, mit 38 heiraten sie. Ein Jahr später verhüten sie nicht mehr. „Es war klar, wir heiraten und dann werden wir eine Familie“, erzählt die Sozialarbeiterin mit den rotbraunen schulterlangen Haaren. Susanne Bethke hatte viele Jahre einen Partner gehabt, der keine Kinder wollte und – nach ihrer Ansicht – auch noch nicht reif dafür war. Jetzt war der richtige Mann da, jetzt sollte es endlich klappen. Nach einem halben Jahr aber werden beide stutzig, Susanne Bethke wird nicht schwanger. „Einmal im Monat, wenn ich meine Periode bekam, hat sich bei mir der Frust eingestellt“, sagt sie. „Zwischendurch habe ich immer überlegt: Ist es das jetzt? Fühlt es sich so an?
Dann kam die Enttäuschung.“ Was beide als eine Selbstverständlichkeit ansehen, wird plötzlich zum Problem. „Ich dachte immer: Kinder kommen eh von alleine. Irgendwann hat mich die Realität eingeholt“, erzählt Axel Bethke, der als Versandleiter in einem Bonner Logistikunternehmen arbeitet. Das Paar lässt sich untersuchen. Er bei einem Urologen, sie bei ihrer Gynäkologin. Über das Thema zu sprechen, fällt beiden anfangs schwer: „Ich fühlte mich komisch“, erinnert sich Susanne Bethke, „weil eine Frau ja sonst eher wegen einer Schwangerschaft zum Frauenarzt geht als wegen ihres Ausbleibens.“
Nicht schwanger – obwohl beide Partner völlig gesund sind
Organische Gründe für eine ausbleibende Schwangerschaft, so erfährt das Ehepaar, gibt es viele: Krankhafte Veränderungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses können ebenso Ursache sein wie Zyklus oder Eierstockfunktionsstörungen bei der Frau. Beim Mann kann eine Fehlbildung der Hoden den Ausschlag geben, die Spermien können zu langsam sein oder zu wenige. Es kann auch passieren, dass der Körper der Frau gegen die Spermien des Mannes fälschlicherweise Abwehrmechanismen aufbaut. Und auch bei völliger Gesundheit beider Partner kann eine Schwangerschaft ausbleiben. Das ist bei jedem zehnten betroffenen Paar der Fall. Psychische Faktoren können der Grund sein, zumindest können innere Konflikte den Behandlungsverlauf beeinträchtigen.
Susanne und Axel Bethke erhalten von ihren Ärzten Ratschläge, wie sie eine Schwangerschaft begünstigen können. Doch auch weitere Monate und mehrere Arztbesuche später ist Susanne Bethke immer noch nicht schwanger. Das Ehepaar entscheidet sich dafür, eine Kölner Spezialklinik für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin aufzusuchen. Die Zeit drängt: Auch wenn jede vierte Frau inzwischen 35 Jahre oder älter ist, wenn sie ihr erstes Kind bekommt, nimmt die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter stetig ab. Mit der Behandlung, der sich Susanne Bethke dann unterzieht, beginnt ein Spießrutenlauf.
Die Ärzte wollen die Ursache für das Ausbleiben der Schwangerschaft klären. Mehrmals in der Woche muss die 39-Jährige nun in die Klinik. Beratungsgespräche, Untersuchungen folgen und sind verbunden mit langen Wartezeiten. Dicke Schmöker liest Susanne Bethke in diesen Tagen durch. In einer Woche wollen die Ärzte ihren Zyklus kontrollieren, messen Ultraschall, nehmen Blut ab. Jeden Tag, jedes Mal ohne Termin, denn der Eisprung lässt sich nicht festlegen. Sie muss sich bei ihrem Arbeitgeber frei nehmen, um die Behandlung bewältigen zu können. Andere Frauen opfern ihren gesamten Jahresurlaub für den Kinderwunsch.
Mit Vollgas nach Hause gebrettert
Das Leben im Hause Bethke verläuft nun streng geregelt. Susanne Bethke misst jeden Morgen die Temperatur. Axel Bethke erstellt Excel-Tabellen über den Eisprung. Sex gibt es nur noch nach Kalender: „Beim ersten Mal, als mich Susanne auf der Arbeit anrief, weil sie ihren Eisprung hatte, war das noch witzig. Da bin ich mit Vollgas von Bonn nach Hause gebrettert“, erinnert er sich. „Aber so mechanisch bin ich nicht. Geschlechtsverkehr entwickelt sich ja eigentlich freier und ist dann auch schöner.“ Mittlerweile ist der psychische Druck sehr groß. „Ich dachte, wenn man sich besonders bemüht, muss man es doch einfach schaffen“, sagt Susanne Bethke und ballt die Hände zu Fäusten zusammen. Der Stress macht sie depressiv, lässt sie dünnhäutig werden: „Ich merkte, dass ich weniger belastbar wurde. Es drehte sich alles um den Sex und das Fruchtbarwerden.“
Nicht nur der innere Druck macht dem Ehepaar zu schaffen, auch Familie und Freunde setzen den Bethkes mit unüberlegten Bemerkungen zu. „Mein Vater fragte, ob er seine Enkel eigentlich selber machen müsste“, erinnert sich Axel Bethke. Und Susanne Bethkes Schwager fragte einmal, ob er nachhelfen solle. „Der Frust wird immer größer und dann haut da noch wer in die Kerbe rein“, klagt Axel Bethke. Auf der Arbeit, im Gespräch mit seinen jüngeren Kollegen, die alle schon Väter sind, geht er dem Thema lieber aus dem Weg.
Ob eine Fruchtbarkeitsbehandlung gelingt, hängt vom Alter der Frau ab und davon, wie ausgeprägt eine zugrunde liegende organische Störung ist, erklärt Hans van der Ven, Leiter der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin des Universitätsklinikums in Bonn. Bei einer mittleren Störung könnten drei von vier kinderlosen Paaren mit medizinischer Hilfe zu einer Schwangerschaft verholfen werden. Doch ein Erlebnis führt dazu, dass Susanne Bethke noch während der Ursachenklärung die Behandlung abbricht: In der Klinik trifft sie eine alte Schulfreundin, die seit zwei Jahren behandelt wird – und noch keinen Schritt weiter ist als sie selbst. „Da ist bei mir der Groschen gefallen“, erinnert sie sich. „Noch zwei Jahre diese Prozedur zwischen Hoffen und Bangen mitmachen – das hätte ich nicht gekonnt.“ Sie schreibt ihrem Mann eine SMS: „Wir müssen heute Abend reden.“ Nach dem Gespräch stimmt Axel Bethke zu, keine weiteren medizinischen Maßnahmen zu ergreifen. „Ich kann sie ja nicht zwingen“, sagt er. „Das wäre auf Kosten unserer Beziehung gegangen.“
An Trennung hat das Paar nie gedacht
Viele Paare sind bereit, für die Chance auf Nachwuchs weitere Anstrengungen auf sich zu nehmen – und legen ihre Hoffnungen in eine künstliche Befruchtung. Doch die Erfolgsaussichten sind begrenzt. Bei einer 35- Jährigen liegen die Chancen einer erfolgreichen Reagenzglasbefruchtung bei 30 Prozent pro Behandlungszyklus, bei Frauen um die 40 Jahre bei 15 Prozent. Aus Angst, nicht alles versucht zu haben, nehmen viele Paare mehrere Versuche auf sich. Das ist auch eine finanzielle Belastung: Die Hälfte der etwa 3000 Euro Behandlungskosten muss ein Paar pro Behandlungszyklus selbst zahlen, den Rest übernimmt die Krankenkasse – bis zur dritten künstlichen Befruchtung. Danach beteiligen sich die Kassen nicht mehr.
Neben der finanziellen Belastung sind auch Folgen für die Psyche nicht auszuschließen. Einer Studie der Uniklinik Bonn zufolge zeigen sich nicht nur negative Veränderungen im Selbstwertgefühl und im Sexualleben, sondern bei etwa einem Viertel der Frauen und Männer auch Symptome einer Depression. Manche Paare leiden unter Schuldgefühlen. Etwa, weil sie glauben, die Kinderfrage zu lange hinausgeschoben zu haben, um berufliche Ziele zu verfolgen.
„Ob wir uns die eigene biologische Uhr abgedreht haben, weiß ich nicht“, sagt Axel Bethke. Hat er vielleicht zu viel geraucht? Hätten beide mehr Sport treiben müssen? Hätten sie noch einen weiteren Spezialisten konsultieren sollen? Manchmal keimen solche Fragen auf. Doch Schuldgefühle möchten sie nicht zulassen und sich vor allem gegenseitig keine Schuld zuweisen. „Wir haben es unterlassen zu gucken, an wem es liegt“, sagt Axel Bethke. „Wir sind es ja, so gesehen, beide.“ An Trennung hat das Paar nie gedacht. „Ich habe nicht so spät die Frau gefunden, die ich heiraten will, um jetzt einen Absprung zu machen“, sagt der 48- Jährige. In ihrem Freundeskreis hingegen habe ein Mann seine Frau verlassen, weil sie keine Kinder bekommen konnte.
Es dauert noch eine Weile, bis die Bethkes den Gedanken wirklich aufgeben können, eigene Kinder zu haben. „Die erste Zeit habe ich immer noch gehofft, dass es dann doch noch klappt, wenn wir uns nicht mehr stressen“, erzählt Susanne Bethke. Sie durchlebt eine Phase von etwa einem Jahr, in der sie bewusst Abschied nimmt von dem Wunsch, Mutter zu werden. Als „ein Tal der Tränen“ beschreibt sie diese Zeit. Jeden Monat, wenn sie ihre Periode bekommt, wird es nochmal schlimm. Wenn sie Kinder sieht, muss sie oft weinen. Ihr Mann behält in solchen Momenten die Fassung: „Ich bin ein Verdränger“, sagt er. „Ich schaffte es, die Gedanken wegzuschieben und nicht mehr dranzugehen.
Wie gestaltet sich ein Leben ohne Kinder?
Beiden wird bewusst, dass sie nicht in der Trauer verhaftet bleiben dürfen. Doch wie gestaltet sich in Zukunft das Leben ohne Kinder? An dieser Aufgabe verzweifeln viele Paare, stellt sie doch den gesamten bisherigen Lebensentwurf in Frage, weiß die Religionspädagogin und Paartrainerin Antje Severin aus Königswinter bei Bonn. Sie begleitet vor allem Frauen zwischen 35 und 40 Jahren, deren Kinderwunsch sich nicht erfüllt. „Der Gedanke ‚Mensch, ich wollte doch immer Kinder’ führt dazu, dass alles aus dem Blick gerät, was noch erfüllend ist“, sagt sie.
Bei Antje Severin fühlen sich die Ratsuchenden verstanden. Die 43-Jährige ist selbst kinderlos. Vor sieben Jahren versuchten sie und ihr Mann ein Kind zu zeugen. Vergeblich. Ähnlich wie Susanne Bethke begab sie sich in ärztliche Behandlung und wie sie beschloss auch Antje Severin, nicht alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um schwanger zu werden. Sie suchte einen eigenen Weg, mit ihrer Kinderlosigkeit umzugehen. „Ich habe viele Bücher zu dem Thema gelesen, aber keines gefunden, dass mir Mut gemacht hat. Stattdessen vermittelten mir alle den Eindruck, dass man lernen müsse, mit der schlimmen Erfahrung zu leben“, erzählt sie. Kinderlosigkeit als Defizit, als lebenslanger Stachel im Fleisch? Damit wollte sie sich nicht zufriedengeben. Ihr Ansatz ist ein anderer: Sie begreift Kinderlosigkeit als Herausforderung, sich persönlich weiterzuentwickeln. „Im christlichen Kontext betrachtet ist das eine Krise, die auch in uns zur Wende führen kann, sodass wir etwas Neues über das Leben erfahren, was es uns anderes bieten kann.“ Antje Severin sieht hinter dem Kinderwunsch das viel größere Bedürfnis des Menschen, etwas vom Geschenk des eigenen Lebens weiterzugeben. Aber Kinder sind für sie nur eine Form, das zu tun. „Wäre es nicht viel spannender, die vielen anderen Möglichkeiten zu entdecken, als an der einen zu verzweifeln?“, fragt sie daher und lenkt die Gedanken ihrer Gesprächspartnerinnen auf Adoptiv- und Pflegekinder, besondere Talente, soziale, gesellschaftliche oder familiäre Aufgaben.
„Meine Kinderlosigkeit erlebe ich nicht mehr als Defizit“
Für Antje Severin ist es wichtig geworden, andere Frauen in diesen Fragen zu unterstützen und mit ihnen zu entdecken, was für sie lebenserfüllend sein kann. Gemeinsam versucht sie mit ihnen herauszufinden, welche Rolle die Frauen in ihren Familien und ihrem sozialen Umfeld einnehmen und wo es vielleicht Konflikte gibt, die verhindern könnten, Mutter zu werden. Für sie selbst war dieser Blick auf die Familienverhältnisse befreiend. Sie merkte, sie hatte stets Angst, Kinder zu bekommen, weil sie nicht die herrschenden Beziehungsmuster in ihrer Familie wiederholen wollte. Heute findet Antje Severin, dass sie nur durch die Kinderlosigkeit ihren wahren Platz im Leben gefunden hat – auch wenn diese Erkenntnis schmerzliche Jahre der Auseinandersetzung mit diesem Thema brauchte. „Ich habe gelernt, dass man ein Kind nicht erzwingen kann. Meine Kinderlosigkeit erlebe ich nicht mehr als Defizit. Durch diese Grenzerfahrung habe ich erkannt, dass man das Leben auf sehr vielfältige Weise weitergeben kann.“
Susanne und Axel Bethke haben sich Hobbys gesucht, die ihr Leben nun ausfüllen: Reisen in ferne Länder, Motorradfahren, Theaterspielen, Dinge, die sie gemeinsam machen können. Seit Kurzem pflegen sie einen Garten. Und dann gibt es da ja auch noch ihre „Leihkinder“: Nichten und Neffen, Kinder von Freunden, um die sie sich regelmäßig kümmern. Ihre Fotos stehen auf dem Küchenbuffet im Wohnzimmer. Eine Adoption haben sie nicht mehr in Erwägung gezogen, da sie sich auch wegen ihres Alters zu geringe Chancen im Auswahlverfahren ausrechneten.
Weniger Arbeit, mehr Freiheit
Beide haben einen neuen Blick auf das Leben ohne Kinder gewonnen. „Ich hatte eine Zeit, in der ich gedacht habe, Kinderlosigkeit ist ein Mangel. Ich kann da etwas nicht, was alle anderen Frauen können“, erzählt Susanne Bethke, „aber das ist vorbei.“ Mittlerweile kann sie dem Leben ohne eigene Kinder auch positive Seiten abgewinnen: Weniger Arbeit, mehr Freiheit. Ein neues Selbstbewusstsein habe sich eingestellt. Dabei hat auch ihr Glaube an Gott geholfen: „Ich hatte das Gefühl: Es ist nicht alles machbar und das ist auch gut so.“ Die Krise, die das Ehepaar erlebt und verarbeitet hat, hat ihre Partnerschaft gestärkt, davon sind beide überzeugt. Weil jeder stets für den anderen da war, wenn er Beistand brauchte, sagen sie. Und weil sie viele offene Gespräche über die Situation und ihre Gefühle geführt haben. „Wir haben uns neu füreinander entschieden“, sagt Susanne Bethke und wirft ihrem Ehemann einen zärtlichen Blick zu. Etwas Wehmut spielt manchmal trotzdem noch hinein. „Ich glaube“, sagt Axel Bethke, „ich wäre ein guter Vater geworden.“
Text: Simone Rüth
Fotos: Markus J. Feger

Axel und Susanne
Bethke: inzwischen
wieder glücklich -
auch ohne Kinder
(Foto: Markus J. Feger)
Manchmal fragen sich Susanne Bethke und ihr Mann Axel, wie Kinder von ihnen wohl ausgesehen hätten – „wie er oder wie ich?“ Das Ehepaar aus Köln ist eines von schätzungsweise zwei Millionen Paaren in Deutschland, die kinderlos sind – unfreiwillig. Beide hatten sich immer Kinder gewünscht. Ein Mädchen und einen Jungen, wenn es nach der 48-jährigen Susanne Bethke gegangen wäre. „Ich wollte lieber Töchter“, sagt ihr gleichaltriger Mann. „Die Anzahl hätte keine Rolle gespielt.“ Doch eine Schwangerschaft blieb aus. Von ungewollter Kinderlosigkeit sprechen Mediziner, wenn ein Paar ein bis zwei Jahre lang ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, ohne dass die Frau schwanger wird. Das ist immerhin bei mindestens jedem zehnten Paar in Deutschland der Fall, sagen Experten. Doch von diesen Paaren ist in der öffentlichen Diskussion um die niedrige Geburtenrate in Deutschland selten die Rede. Dabei nimmt sich der Anteil der kinderlosen 25- bis 59-Jährigen, die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben, mit acht Prozent eher bescheiden aus, wie das Allensbacher Institut für Demoskopie herausfand. Hingegen wünschen sich 22 Prozent der Befragten aktuell Kinder, weitere 14 Prozent geben an, sie hätten sich früher einmal Kinder gewünscht.
Achterbahn aus Hoffnung und Frust
Zu dieser Gruppe gehören mittlerweile auch Susanne und Axel „Akki“ Bethke. Mit 48 Jahren ist es zwar rein biologisch immer noch möglich, dass Susanne Bethke schwanger werden könnte, aber die Chancen sind nur noch minimal. Das Paar ärgert

Die Bethkes kümmern sich
liebevoll um Kinder von Freunden
und Verwandten
(Foto: Markus J. Feger)
Die Geschichte des Paares beginnt 1997. Susanne und Axel Bethke lernen sich erst spät kennen. Mit 37 werden sie ein Paar, mit 38 heiraten sie. Ein Jahr später verhüten sie nicht mehr. „Es war klar, wir heiraten und dann werden wir eine Familie“, erzählt die Sozialarbeiterin mit den rotbraunen schulterlangen Haaren. Susanne Bethke hatte viele Jahre einen Partner gehabt, der keine Kinder wollte und – nach ihrer Ansicht – auch noch nicht reif dafür war. Jetzt war der richtige Mann da, jetzt sollte es endlich klappen. Nach einem halben Jahr aber werden beide stutzig, Susanne Bethke wird nicht schwanger. „Einmal im Monat, wenn ich meine Periode bekam, hat sich bei mir der Frust eingestellt“, sagt sie. „Zwischendurch habe ich immer überlegt: Ist es das jetzt? Fühlt es sich so an?
Dann kam die Enttäuschung.“ Was beide als eine Selbstverständlichkeit ansehen, wird plötzlich zum Problem. „Ich dachte immer: Kinder kommen eh von alleine. Irgendwann hat mich die Realität eingeholt“, erzählt Axel Bethke, der als Versandleiter in einem Bonner Logistikunternehmen arbeitet. Das Paar lässt sich untersuchen. Er bei einem Urologen, sie bei ihrer Gynäkologin. Über das Thema zu sprechen, fällt beiden anfangs schwer: „Ich fühlte mich komisch“, erinnert sich Susanne Bethke, „weil eine Frau ja sonst eher wegen einer Schwangerschaft zum Frauenarzt geht als wegen ihres Ausbleibens.“
Nicht schwanger – obwohl beide Partner völlig gesund sind
Organische Gründe für eine ausbleibende Schwangerschaft, so erfährt das Ehepaar, gibt es viele: Krankhafte Veränderungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses können ebenso Ursache sein wie Zyklus oder Eierstockfunktionsstörungen bei der Frau. Beim Mann kann eine Fehlbildung der Hoden den Ausschlag geben, die Spermien können zu langsam sein oder zu wenige. Es kann auch passieren, dass der Körper der Frau gegen die Spermien des Mannes fälschlicherweise Abwehrmechanismen aufbaut. Und auch bei völliger Gesundheit beider Partner kann eine Schwangerschaft ausbleiben. Das ist bei jedem zehnten betroffenen Paar der Fall. Psychische Faktoren können der Grund sein, zumindest können innere Konflikte den Behandlungsverlauf beeinträchtigen.
Susanne und Axel Bethke erhalten von ihren Ärzten Ratschläge, wie sie eine Schwangerschaft begünstigen können. Doch auch weitere Monate und mehrere Arztbesuche später ist Susanne Bethke immer noch nicht schwanger. Das Ehepaar entscheidet sich dafür, eine Kölner Spezialklinik für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin aufzusuchen. Die Zeit drängt: Auch wenn jede vierte Frau inzwischen 35 Jahre oder älter ist, wenn sie ihr erstes Kind bekommt, nimmt die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter stetig ab. Mit der Behandlung, der sich Susanne Bethke dann unterzieht, beginnt ein Spießrutenlauf.
Die Ärzte wollen die Ursache für das Ausbleiben der Schwangerschaft klären. Mehrmals in der Woche muss die 39-Jährige nun in die Klinik. Beratungsgespräche, Untersuchungen folgen und sind verbunden mit langen Wartezeiten. Dicke Schmöker liest Susanne Bethke in diesen Tagen durch. In einer Woche wollen die Ärzte ihren Zyklus kontrollieren, messen Ultraschall, nehmen Blut ab. Jeden Tag, jedes Mal ohne Termin, denn der Eisprung lässt sich nicht festlegen. Sie muss sich bei ihrem Arbeitgeber frei nehmen, um die Behandlung bewältigen zu können. Andere Frauen opfern ihren gesamten Jahresurlaub für den Kinderwunsch.
Mit Vollgas nach Hause gebrettert
Das Leben im Hause Bethke verläuft nun streng geregelt. Susanne Bethke misst jeden Morgen die Temperatur. Axel Bethke erstellt Excel-Tabellen über den Eisprung. Sex gibt es nur noch nach Kalender: „Beim ersten Mal, als mich Susanne auf der Arbeit anrief, weil sie ihren Eisprung hatte, war das noch witzig. Da bin ich mit Vollgas von Bonn nach Hause gebrettert“, erinnert er sich. „Aber so mechanisch bin ich nicht. Geschlechtsverkehr entwickelt sich ja eigentlich freier und ist dann auch schöner.“ Mittlerweile ist der psychische Druck sehr groß. „Ich dachte, wenn man sich besonders bemüht, muss man es doch einfach schaffen“, sagt Susanne Bethke und ballt die Hände zu Fäusten zusammen. Der Stress macht sie depressiv, lässt sie dünnhäutig werden: „Ich merkte, dass ich weniger belastbar wurde. Es drehte sich alles um den Sex und das Fruchtbarwerden.“
Nicht nur der innere Druck macht dem Ehepaar zu schaffen, auch Familie und Freunde setzen den Bethkes mit unüberlegten Bemerkungen zu. „Mein Vater fragte, ob er seine Enkel eigentlich selber machen müsste“, erinnert sich Axel Bethke. Und Susanne Bethkes Schwager fragte einmal, ob er nachhelfen solle. „Der Frust wird immer größer und dann haut da noch wer in die Kerbe rein“, klagt Axel Bethke. Auf der Arbeit, im Gespräch mit seinen jüngeren Kollegen, die alle schon Väter sind, geht er dem Thema lieber aus dem Weg.
Ob eine Fruchtbarkeitsbehandlung gelingt, hängt vom Alter der Frau ab und davon, wie ausgeprägt eine zugrunde liegende organische Störung ist, erklärt Hans van der Ven, Leiter der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin des Universitätsklinikums in Bonn. Bei einer mittleren Störung könnten drei von vier kinderlosen Paaren mit medizinischer Hilfe zu einer Schwangerschaft verholfen werden. Doch ein Erlebnis führt dazu, dass Susanne Bethke noch während der Ursachenklärung die Behandlung abbricht: In der Klinik trifft sie eine alte Schulfreundin, die seit zwei Jahren behandelt wird – und noch keinen Schritt weiter ist als sie selbst. „Da ist bei mir der Groschen gefallen“, erinnert sie sich. „Noch zwei Jahre diese Prozedur zwischen Hoffen und Bangen mitmachen – das hätte ich nicht gekonnt.“ Sie schreibt ihrem Mann eine SMS: „Wir müssen heute Abend reden.“ Nach dem Gespräch stimmt Axel Bethke zu, keine weiteren medizinischen Maßnahmen zu ergreifen. „Ich kann sie ja nicht zwingen“, sagt er. „Das wäre auf Kosten unserer Beziehung gegangen.“
An Trennung hat das Paar nie gedacht
Viele Paare sind bereit, für die Chance auf Nachwuchs weitere Anstrengungen auf sich zu nehmen – und legen ihre Hoffnungen in eine künstliche Befruchtung. Doch die Erfolgsaussichten sind begrenzt. Bei einer 35- Jährigen liegen die Chancen einer erfolgreichen Reagenzglasbefruchtung bei 30 Prozent pro Behandlungszyklus, bei Frauen um die 40 Jahre bei 15 Prozent. Aus Angst, nicht alles versucht zu haben, nehmen viele Paare mehrere Versuche auf sich. Das ist auch eine finanzielle Belastung: Die Hälfte der etwa 3000 Euro Behandlungskosten muss ein Paar pro Behandlungszyklus selbst zahlen, den Rest übernimmt die Krankenkasse – bis zur dritten künstlichen Befruchtung. Danach beteiligen sich die Kassen nicht mehr.
Neben der finanziellen Belastung sind auch Folgen für die Psyche nicht auszuschließen. Einer Studie der Uniklinik Bonn zufolge zeigen sich nicht nur negative Veränderungen im Selbstwertgefühl und im Sexualleben, sondern bei etwa einem Viertel der Frauen und Männer auch Symptome einer Depression. Manche Paare leiden unter Schuldgefühlen. Etwa, weil sie glauben, die Kinderfrage zu lange hinausgeschoben zu haben, um berufliche Ziele zu verfolgen.
„Ob wir uns die eigene biologische Uhr abgedreht haben, weiß ich nicht“, sagt Axel Bethke. Hat er vielleicht zu viel geraucht? Hätten beide mehr Sport treiben müssen? Hätten sie noch einen weiteren Spezialisten konsultieren sollen? Manchmal keimen solche Fragen auf. Doch Schuldgefühle möchten sie nicht zulassen und sich vor allem gegenseitig keine Schuld zuweisen. „Wir haben es unterlassen zu gucken, an wem es liegt“, sagt Axel Bethke. „Wir sind es ja, so gesehen, beide.“ An Trennung hat das Paar nie gedacht. „Ich habe nicht so spät die Frau gefunden, die ich heiraten will, um jetzt einen Absprung zu machen“, sagt der 48- Jährige. In ihrem Freundeskreis hingegen habe ein Mann seine Frau verlassen, weil sie keine Kinder bekommen konnte.
Es dauert noch eine Weile, bis die Bethkes den Gedanken wirklich aufgeben können, eigene Kinder zu haben. „Die erste Zeit habe ich immer noch gehofft, dass es dann doch noch klappt, wenn wir uns nicht mehr stressen“, erzählt Susanne Bethke. Sie durchlebt eine Phase von etwa einem Jahr, in der sie bewusst Abschied nimmt von dem Wunsch, Mutter zu werden. Als „ein Tal der Tränen“ beschreibt sie diese Zeit. Jeden Monat, wenn sie ihre Periode bekommt, wird es nochmal schlimm. Wenn sie Kinder sieht, muss sie oft weinen. Ihr Mann behält in solchen Momenten die Fassung: „Ich bin ein Verdränger“, sagt er. „Ich schaffte es, die Gedanken wegzuschieben und nicht mehr dranzugehen.
Wie gestaltet sich ein Leben ohne Kinder?
Beiden wird bewusst, dass sie nicht in der Trauer verhaftet bleiben dürfen. Doch wie gestaltet sich in Zukunft das Leben ohne Kinder? An dieser Aufgabe verzweifeln viele Paare, stellt sie doch den gesamten bisherigen Lebensentwurf in Frage, weiß die Religionspädagogin und Paartrainerin Antje Severin aus Königswinter bei Bonn. Sie begleitet vor allem Frauen zwischen 35 und 40 Jahren, deren Kinderwunsch sich nicht erfüllt. „Der Gedanke ‚Mensch, ich wollte doch immer Kinder’ führt dazu, dass alles aus dem Blick gerät, was noch erfüllend ist“, sagt sie.
Bei Antje Severin fühlen sich die Ratsuchenden verstanden. Die 43-Jährige ist selbst kinderlos. Vor sieben Jahren versuchten sie und ihr Mann ein Kind zu zeugen. Vergeblich. Ähnlich wie Susanne Bethke begab sie sich in ärztliche Behandlung und wie sie beschloss auch Antje Severin, nicht alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um schwanger zu werden. Sie suchte einen eigenen Weg, mit ihrer Kinderlosigkeit umzugehen. „Ich habe viele Bücher zu dem Thema gelesen, aber keines gefunden, dass mir Mut gemacht hat. Stattdessen vermittelten mir alle den Eindruck, dass man lernen müsse, mit der schlimmen Erfahrung zu leben“, erzählt sie. Kinderlosigkeit als Defizit, als lebenslanger Stachel im Fleisch? Damit wollte sie sich nicht zufriedengeben. Ihr Ansatz ist ein anderer: Sie begreift Kinderlosigkeit als Herausforderung, sich persönlich weiterzuentwickeln. „Im christlichen Kontext betrachtet ist das eine Krise, die auch in uns zur Wende führen kann, sodass wir etwas Neues über das Leben erfahren, was es uns anderes bieten kann.“ Antje Severin sieht hinter dem Kinderwunsch das viel größere Bedürfnis des Menschen, etwas vom Geschenk des eigenen Lebens weiterzugeben. Aber Kinder sind für sie nur eine Form, das zu tun. „Wäre es nicht viel spannender, die vielen anderen Möglichkeiten zu entdecken, als an der einen zu verzweifeln?“, fragt sie daher und lenkt die Gedanken ihrer Gesprächspartnerinnen auf Adoptiv- und Pflegekinder, besondere Talente, soziale, gesellschaftliche oder familiäre Aufgaben.
„Meine Kinderlosigkeit erlebe ich nicht mehr als Defizit“
Für Antje Severin ist es wichtig geworden, andere Frauen in diesen Fragen zu unterstützen und mit ihnen zu entdecken, was für sie lebenserfüllend sein kann. Gemeinsam versucht sie mit ihnen herauszufinden, welche Rolle die Frauen in ihren Familien und ihrem sozialen Umfeld einnehmen und wo es vielleicht Konflikte gibt, die verhindern könnten, Mutter zu werden. Für sie selbst war dieser Blick auf die Familienverhältnisse befreiend. Sie merkte, sie hatte stets Angst, Kinder zu bekommen, weil sie nicht die herrschenden Beziehungsmuster in ihrer Familie wiederholen wollte. Heute findet Antje Severin, dass sie nur durch die Kinderlosigkeit ihren wahren Platz im Leben gefunden hat – auch wenn diese Erkenntnis schmerzliche Jahre der Auseinandersetzung mit diesem Thema brauchte. „Ich habe gelernt, dass man ein Kind nicht erzwingen kann. Meine Kinderlosigkeit erlebe ich nicht mehr als Defizit. Durch diese Grenzerfahrung habe ich erkannt, dass man das Leben auf sehr vielfältige Weise weitergeben kann.“
Susanne und Axel Bethke haben sich Hobbys gesucht, die ihr Leben nun ausfüllen: Reisen in ferne Länder, Motorradfahren, Theaterspielen, Dinge, die sie gemeinsam machen können. Seit Kurzem pflegen sie einen Garten. Und dann gibt es da ja auch noch ihre „Leihkinder“: Nichten und Neffen, Kinder von Freunden, um die sie sich regelmäßig kümmern. Ihre Fotos stehen auf dem Küchenbuffet im Wohnzimmer. Eine Adoption haben sie nicht mehr in Erwägung gezogen, da sie sich auch wegen ihres Alters zu geringe Chancen im Auswahlverfahren ausrechneten.
Weniger Arbeit, mehr Freiheit
Beide haben einen neuen Blick auf das Leben ohne Kinder gewonnen. „Ich hatte eine Zeit, in der ich gedacht habe, Kinderlosigkeit ist ein Mangel. Ich kann da etwas nicht, was alle anderen Frauen können“, erzählt Susanne Bethke, „aber das ist vorbei.“ Mittlerweile kann sie dem Leben ohne eigene Kinder auch positive Seiten abgewinnen: Weniger Arbeit, mehr Freiheit. Ein neues Selbstbewusstsein habe sich eingestellt. Dabei hat auch ihr Glaube an Gott geholfen: „Ich hatte das Gefühl: Es ist nicht alles machbar und das ist auch gut so.“ Die Krise, die das Ehepaar erlebt und verarbeitet hat, hat ihre Partnerschaft gestärkt, davon sind beide überzeugt. Weil jeder stets für den anderen da war, wenn er Beistand brauchte, sagen sie. Und weil sie viele offene Gespräche über die Situation und ihre Gefühle geführt haben. „Wir haben uns neu füreinander entschieden“, sagt Susanne Bethke und wirft ihrem Ehemann einen zärtlichen Blick zu. Etwas Wehmut spielt manchmal trotzdem noch hinein. „Ich glaube“, sagt Axel Bethke, „ich wäre ein guter Vater geworden.“
Text: Simone Rüth
Fotos: Markus J. Feger

