
Mein Kirchgang
Evangelische Christuskirche Leverkusen, Sonntag 10 Uhr
Ein großer Mischlingshund mit schwarzweißem Fell schaut mich aufmerksam
an,
als ich die Kirche betrete. Er liegt im Mittelgang direkt an der
Eingangstür und
hat den Kopf auf seine Vorderpfoten gelegt. Ich bin überrascht, hatte
ich zu diesem
Tiergottesdienst doch vor allem gemalte oder gebastelte Vierbeiner
erwartet.
„Wer hat denn heute ein Tier dabei?“, fragt Pfarrer Detlev Prößdorf zu
Beginn. Ein
halbes Dutzend Kinder hebt den Arm. In der Reihe vor mir sitzt ein
blondes Mädchen
mit einer grünen Kiste auf dem Schoß. „Wen hast du mitgebracht?“, fragt
Prößdorf. „Meine Wasserschildkröte“, antwortet das Mädchen. „Und wie
heißt die?“
– „Michelangelo.“ Die Gemeinde lacht. Auch ich muss schmunzeln. Die
Atmosphäre
ist fröhlich und locker.
Drei Hunde, eine Wasserschildkröte und einige Stofftiere haben die Gottesdienstbesucher mitgebracht. An den Wänden und hinter dem Altar stehen auf weißen Podesten bronzene Elefanten, Giraffen, Pinguine, Fischreiher, Pferde, Tauben und ein Hahn. In der Predigt spricht Detlev Prößdorf über die Charaktereigenschaften, die Menschen den Tieren gern zuschreiben. „Aber was würden die Tiere denn über uns denken?“, fragt er. „Sie würden denken, dass unser Verhalten oft ziemlich bekloppt ist. Uns sind Autos und andere Besitztümer wichtig. Und wir kümmern uns ständig um unsere eigene Eitelkeit.“ Prößdorf erinnert an Jesu Worte: Die Vögel säen nicht, sie ernten nicht, aber der Schöpfer ernährt sie trotzdem.
Die Botschaft der Predigt ist klar: Mensch, nimm dich nicht so wichtig! Prößdorf mahnt, wir sollten über unser Verhalten nachdenken. „Wir haben unseren Kopf doch nicht nur zum Haare Schneiden.“ Ich denke an das Motto des vergangenen Kirchentags. Dieser Gottesdienst ist lebendig, Prößdorfs Stimme ist kräftig und seine Worte sind schärfer als in anderen Gottesdiensten, die ich in letzter Zeit besucht habe. Mir gefällt das, den anderen Besuchern offensichtlich auch. Im Schlussgebet dankt Prößdorf Gott für seine mannigfaltige Schöpfung: „Wir danken für alles Bellen, Miauen, Zirpen und Jaulen.“ Zwei Reihen vor mir springt ein kleiner struppiger Hund auf und bellt. Ganz so, als wolle er Pfarrer Prößdorf Recht geben.
Gunnar Jehle
Bewertung:
Ablauf ****
Predigt *****
Musik ***
Atmosphäre *****
Drei Hunde, eine Wasserschildkröte und einige Stofftiere haben die Gottesdienstbesucher mitgebracht. An den Wänden und hinter dem Altar stehen auf weißen Podesten bronzene Elefanten, Giraffen, Pinguine, Fischreiher, Pferde, Tauben und ein Hahn. In der Predigt spricht Detlev Prößdorf über die Charaktereigenschaften, die Menschen den Tieren gern zuschreiben. „Aber was würden die Tiere denn über uns denken?“, fragt er. „Sie würden denken, dass unser Verhalten oft ziemlich bekloppt ist. Uns sind Autos und andere Besitztümer wichtig. Und wir kümmern uns ständig um unsere eigene Eitelkeit.“ Prößdorf erinnert an Jesu Worte: Die Vögel säen nicht, sie ernten nicht, aber der Schöpfer ernährt sie trotzdem.
Die Botschaft der Predigt ist klar: Mensch, nimm dich nicht so wichtig! Prößdorf mahnt, wir sollten über unser Verhalten nachdenken. „Wir haben unseren Kopf doch nicht nur zum Haare Schneiden.“ Ich denke an das Motto des vergangenen Kirchentags. Dieser Gottesdienst ist lebendig, Prößdorfs Stimme ist kräftig und seine Worte sind schärfer als in anderen Gottesdiensten, die ich in letzter Zeit besucht habe. Mir gefällt das, den anderen Besuchern offensichtlich auch. Im Schlussgebet dankt Prößdorf Gott für seine mannigfaltige Schöpfung: „Wir danken für alles Bellen, Miauen, Zirpen und Jaulen.“ Zwei Reihen vor mir springt ein kleiner struppiger Hund auf und bellt. Ganz so, als wolle er Pfarrer Prößdorf Recht geben.
Gunnar Jehle
Bewertung:
Ablauf ****
Predigt *****
Musik ***
Atmosphäre *****

